DIE UNERHÖRTEN

Technoide Liebesbriefe für antike Heldinnen nach Sappho, Ovid, Euripides u.a.  

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Musiktheater 
Marstall  
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Information

Altersempfehlung
Ab 14 Jahren
Sprache
Deutsch
Bühne
Marstall  

Beschreibung

«Hätten wir noch die sämtlichen sapphischen Gedichte, vielleicht würden wir nirgends an Homer erinnert», schrieb einst Friedrich Schlegel über Sappho – die bedeutendste Lyrikerin der Antike. Nur knapp zweihundert Fragmente ihres zwölftausend Verse umfassenden Gesamtwerks blieben erhalten, sodass ihr Name heute eher mit Grillparzers Tragödie assoziiert wird als mit ihren leidenschaftlichen, monumentalen Hymnen an das Leben, die Liebe und die Frauen.

Die Regisseurin Elsa-Sophie Jach, die mit ihrer Inszenierung von Herbert Achternbuschs «Herz aus Glas» zuletzt ihr Debüt am Residenztheater gab, erweckt die unerhörte Liebeslyrik von «Europas erster Dichterin» zu neuem Leben. Bekannt für ihre sprachlich präzise und bildstarke Regiehandschrift, spürt sie die vergessenen Reste der sapphischen Dichtung auf, verdichtet sie chorisch und deckt auf dem Weg durch den literarischen Kanon – gemeinsam mit der Münchner Techno-Liveband SLATEC – die systematische Auslöschung der weiblichen Stimme, ihr Verstummen und die Notwendigkeit ihrer Selbstermächtigung auf.

«In der antiken Mythologie gibt es unzählige Frauenfiguren, die ihre Stimme – aufgrund ihrer Zurückweisung eines zumeist göttlichen, zumeist männlichen Begehrens – gewaltsam verlieren und sie dann umso triumphierender neu erheben: Echo, die eigentlich nur die letzten Silben des bereits Gesagten wiederholen darf, diesem aber durch ihre Wortwahl einen veränderten Sinn gibt, der in unseren Köpfen wieder und wieder nachhallt. Kassandra, die den Untergang Trojas prophezeit und deren Weissagungen niemand Glauben schenkt. Philomela, der die Zunge herausgeschnitten wird, damit sie nicht von ihrer Vergewaltigung berichten kann, die aber stattdessen ihre Geschichte in einen Teppich webt, sie somit öffentlich und politisch macht. Diese unerhörten Frauen wollen wir in Sapphos weitergesponnenen Liebesbriefen feiern, sie herausfordern, beschwören, neu befragen und mit unserer Realität verknüpfen. Im Chor und mit Musik. Wie in der Antike eben. Nur anders.» Elsa-Sophie Jach

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Veranstalter
Residenztheater