Trommeln in der Nacht

Inszenierung: Christopher Rüping  

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Culture on Demand 
Alexandrinski-Theater  

Information

Weitere Sprache (an bestimmten Terminen)
Englisch
Übertitel in
Englisch
Autor*in
Bertolt Brecht  
Bühne
Alexandrinski-Theater  

Beschreibung

Während die Türen des Theaters geschlossen bleiben müssen, stellen die Münchner Kammerspiele hier jeden Tag den internen Mitschnitt einer Inszenierung aus dem Spielplan online. Theater für zu Hause.
Am 29. März ab 18 Uhr zeigen die Münchner Kammerspiele „Caspar Western Friedrich“ von Philippe Quesne. Ihr könnt Euch die Produktion im hier eingebetteten Video ansehen oder direkt auf der Seite der Münchner Kammerspiele.

Um 20 Uhr gibt es zudem die besondere Möglichkeit, die Aufführung im Community-Viewing inklusive Live-Chat mit Christopher Rüping auf Nachtkritik.de zu sehen!

Münchner Kammerspiele, 29. September 1922, Uraufführung „Trommeln in der Nacht“ – Nach jahrelanger Kriegsgefangenschaft kommt ein Mann ins aufständische Berlin zurück. Der erste Weg führt ihn zu seiner einstigen Geliebten. Dort, im Wohnzimmer ihrer Eltern, erfährt er, dass die Frau sich soeben mit einem anderen verlobt hat, einem Kriegsgewinnler, der eines Tages die Fabrik des Vaters in die Zukunft führen soll. Aus Enttäuschung und Wut wendet sich der Mann den sozialistischen Straßenkämpfen zu und wird zum wichtigen Akteur im Spartakusaufstand gegen die konservative Regierung. Die gewaltsame Besetzung des Zeitungsviertels durch die Aufständischen steht unmittelbar bevor. Da besinnt sich die Frau und verlässt ihren Neu-Verlobten, um ihren einstigen Geliebten zurückzuholen. Dieser, vor die Wahl zwischen seiner Frau und dem Aufstand gestellt, zögert kurz, bevor er sich entscheidet.

Kritiken

Rüping has hit upon a resounding success with Trommeln in der Nacht, ‘nach Brecht,’ offering a plausible way forward in dealing with the tentative Brecht and discipline-ised Brecht. His approach is cerebral, self-reflective, thoughtful, and precise yet emerges from a pure creative, artistic instinct which has given us a Brecht we can use.

   // Culture Matters

Rüpings Inszenierung wahrt in der ersten Hälfte die Form des auf die Farce heruntergekommenen bürgerlichen Trauerspiels. … In der zweiten Hälfte, als sich die Gesellschaft in Richtung Zeitungsviertel treiben lässt, zerfällt die Einheit von Rolle und Akteur: Ob Kragler zu seiner untreuen Anna heimkehren oder eine neue Heimat in der Revolution suchen soll, darüber berät das an die Oberfläche gespülte kollektive Unbewusste.

   // FAZ

Im letzten Bild werden Mond und Kulissen durch einen Häcksler gejagt. Deutlicher kann man nicht zeigen, dass man gefälligst nicht so romantisch glotzen soll. Starker Beifall für eine starke Inszenierung.

   // Augsburger Allgemeine

Vollends von der historischen Reminiszenz gelöst und gegen den Strich gebürstet ist der vierte Akt. Aber gerade diese überraschende Verweigerung aller Brecht-Konventionen verleiht den Szenen eine wunderbar spröde Poesie.

   // Münchner Merkur

Und plötzlich ist alles große Oper, von hinten wallt im Gegenlicht Nebel, und der Zuschauer glotzt, wenn schon nicht romantisch, so doch verblüfft angesichts dieses Einbruchs lupenreiner Romantik.

   // Münchner Merkur

Mit der Neuinszenierung an den Kammerspielen kann man ein Stück frisch wiedererkennen, das verschwunden war. Die wilde Sprache, die Entlarvung der Phrasen des Bürgers, der Politik in Krieg und Revolution, der „Zeitungen“ (heute: Medien) und des Theaters als Jahrmarktsbude: Das alles zeigt die Geburt des epischen Theaters aus dem Geiste des Panoptikums.

   // Die Abendzeitung

Im Reenactment des ersten Akts lauert überall die Parodie. Denn wer so wie einst spielt, der hängt sich in einen Pathos, der spricht so artikuliert, dass es nur komisch wirken kann. Rüpings Darsteller machen das mit heiligem Ernst. (...) Es gibt bei allen eine Lust am dramatischen Sich-Platzieren im Raum, zur großen Darstellung für die letzte Reihe. (...) Das Zurückfantasieren führt bei Rüping nicht ins Museum, weil allein die Energie der Darsteller, der Energieaustausch mit dem Publikum erfrischend ist.

Michael Stadler   // Nachtkritik.de

Für die ersten beiden Akte wurde das Bühnenbild der Uraufführung rekonstruiert: Windschiefe Wolkenkratzer wie aus Kinderzeichnungen überschatten das Guckkästchen des repräsentativen bürgerlichen Heims. Auch die Gesten und Phrasen der Schauspieler wirken wie ausgeschnitten. Diese Zitatästhetik ist dem Collageverfahren des Textes kongenial. Wenn Wiebke Puls sich als Rabenmutter im expressionistischen Solotanz verrenkt, glaubt man sich in einen Scherenschnittfilm von Lotte Reininger versetzt. Und man sieht: Dass es für Schauspieler in den Kammerspielen nichts mehr zu tun gebe, ist ein Gerücht.

   // FAZ

(...) Bertolt Brecht’s “Drums in the Night,” (…) has been given a sweaty, exciting and somewhat messy production at the hands of the director Christopher Rüping at the Münchner Kammerspiel, the theater where the play premiered in 1922. (...)
Mr. Rüping’s production shows you can have it both ways, with two slightly altered versions (one listed as “by Brecht”; and the other as “based on Brecht”) that alternate on the theater’s schedule. Both versions, however, end with the plywood set being torn down and noisily fed into a wood chipper, one the director’s many inspired choices in this fast-moving and unpredictable staging. Mr. Rüping has other tricks up his sleeve, which seem contrived to alienate the audience as much as to engage with it. (...)
The small cast performs with admirable cohesion and intensity, (…).
Leaving the theater on the elegant Maximilianstrasse, Munich's Fifth Avenue, you might feel shaken, spent or exhilerated. (...) the sense of discombobulation that Mr. Rüping’s production leaves you with is a small taste of what it’s like to be a stranger in a strange land.

   // New York Times

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Weitere Hinweise

Hinweise
Aufzeichnung eines Gastspiels im Alexandrinski-Theater in St. Petersburg.

Link zum Abendprogramm

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